Pressespiegel: TLZ zur Bundestagskandidatur

Jena vor der Wahl: Marion Schneider will als Unabhängige in den Bundestag

Jena. Mit Parteien hat Marion Schneider nicht viel im Sinn. Wenngleich sie sich aber als ein sehr politischer Mensch fühlt. Und das schon recht lange. Politisiert worden sei sie als 16-Jährige, erzählt sie, durch den Militärputsch 1973 in Chile gegen die demokratisch gewählte Regierung von Salvador Allende.

Fortan wollte sie mehr erfahren über die Zusammenhänge zwischen Politik, Wirtschaft, Finanzen und all das, was in der Gesellschaft so zusammenwirkt. Folgerichtig studierte sie Geschichte, Germanistik, Deutsche Sprache und Volkskunde, dabei auch ein Jahr in England.

Doch wie es so ist im Leben, oft kommt es doch anders. Denn ihr Vater führte eine Firma zur Herstellung von Saunen und Solarien. Und so wurde die Tochter zur Mit-Unternehmerin im Familienbetrieb im hessischen Grebenhain. Vielleicht rührt es aus dieser Zeit und aus der Nachwendezeit, als sie mit ihrem Vater das Gesundheits- und vor allem das Rehabilitationswesen in Thüringen mit aufbaute, wenn sie heute sagt: „Ich weiß, wie schwer es kleinen und mittelständischen Unternehmern gemacht wird. Da kommen Auflagen, Abgaben, Forderungen der Berufsgenossenschaft und vieles mehr“, meint sie. „Die Selbstständigen, Kleinunternehmer und der Mittelstand leisten wirklich viel. Doch sie werden vom Staat ausgeplündert. Der Staat sollte ihnen lieber helfen, so dass sie stabil bleiben und Arbeitsplätze schaffen, anstatt sie abzuzocken,“ sagt Marion Schneider, die seit 1999 als Geschäftsführerin die Toskana-Therme in Bad Sulza (heute „Toskana-World“) führt.

Dabei ist sie trotz ihrer beruflichen Verpflichtungen auch immer ihrem Interesse an Politik treu geblieben. Ein Interesse, das nun in den Entschluss mündete, als unabhängige Bürger-Kandidatin für den Bundestag zu kandidieren. So tritt sie am 24. September im Wahlkreis Jena/Weimarer-Land/Sömmerda an. Aber bitteschön parteifrei, wie sie mit Nachdruck betont!

Und dafür sieht sie gute Gründe: „Partei – das kommt vom lateinischen Part, was so viel wie ein Teil heißt. Doch nur ein Teil, das ist mir einfach zu wenig.“ Die Unternehmerin will mehr. Bindungen an Parteien und deren fest gefügte Ideologien sei nichts für sie. Sie wolle vielmehr dafür streiten, dass alle Parteien und gesellschaftlichen Gruppen miteinander reden und einander verstehen. Nur so könnten am Ende erfolgreiche Problemlössungen entstehen.

So ist das oft bemühte Wort „Dialog“ für Marion Schneider nicht nur so dahergesagt. Stichwort AfD. „Es reicht nicht, nur immer über die AfD und ihre Wähler zu reden, sondern man sollte es mit ihnen tun.“ Sie und auch andere Parteien seien dialogfähig. Man müsse sie bloß einbeziehen. Und Dialog sei für die 60-Jährige auch in der großen Weltpolitik enorm wichtig, was aber derzeit nicht ausreichend gepflegt werde. Stichwort Russland. Deutschland sollte ein besseres Verhältnis mit Russland anstreben. Das sei im Interesse beider Länder und auch des Friedens in Europa.

Frieden ist auch so ein Wort, das mitunter arg strapaziert erscheint. Dennoch gewinne es immer mehr an Bedeutung, sagt Marion Schneider. Als studierte Historikerin beobachte sie mit Sorge, wie die Entwicklung des Weltgeschehens immer ähnlicher werde mit der Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges. Diesem Trend gelte es, Einhalt zu gebieten. Dabei wolle sie mitwirken: „Ich will nicht irgendwann mal sagen müssen: Ich habe nichts getan dagegen!“ Aber natürlich hat Marion Schneider auch ein Ohr für die den Menschen im Alltag oft näher liegenden Probleme.

Stichworte: Flüchtlinge und Integration. Deutschland braucht ein Einwanderungsgesetz, fordert die unabhängige Kandidatin. Für sie ist klar: Einwanderung ist notwendig. Doch das müsse kontrolliert geschehen. Geflüchtete müssten zudem in Arbeit gebracht werden. Die dafür nötigen Reformen sollten rasch angepackt werden.

Das gelte auch für die Reform des Föderalismus in Deutschland. Die Länder-Autonomie in Sachen Bildung müsse endlich verschwinden. In jedem Land müssten das Abitur und andere Schul- sowie Studienabschlüsse gleichwertig sein. Da Marion Schneider nun mal auch eine erfolgreiche Gesundheits-Managerin ist, hat sie natürlich auch besonderes Interesse auf diesem Gebiet: „Ziel ist es, dass Prävention und Rehabilitation im Bereich von Medizin wie Politik eine tragende Rolle erhalten, da dies sozial wie volkswirtschaftlich sinnvoll und notwendig ist.“ Die Toskana-Chefin setzt sich dafür durch Publikationen, Vorträge und auf Kongressen ein.

Übrigens hat sich Marion Schneider nicht nur dort einen Namen gemacht, sondern inzwischen auch als Buch-Autorin vor allem zum Thema Erotik. Gemeinsam mit der New Yorker Fotografin Linda Troeller hat sie das Fotobuch „The Erotic Lives of Women“ herausgegeben.

Darüber hinaus investiert die Unternehmerin auch manche Freizeitstunde in ihr Engagement als Vorstandsvorsitzende des internationalen Kinderhilfswerkes Ourchild, das zum Beispiel in Vietnam und Tansania Schulen sowie Reha-Einrichtungen für Kinder betreut.

Außerdem organisiert sie jährlich – und damit untersetzt sie ihr Engagement für den Frieden – einen Friedens-Kongress in der 1806-Gedenkstätte von Auerstedt. Der nächste Kongress ist für Oktober 2018 geplant. Doch vorher heißt es, sich in den Wahlkampf zu stürzen. Schwierig und teuer genug als unabhängige Kandidatin ohne Partei im Rücken. Dabei ist ihr klar, dass sie noch einiges für ihre Bekanntheit in Jena tun muss.

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