Abhängigkeits-Agenda

Die Reduzierung von Bauernhöfen ist gewollt. Und es ist kein Zufall, dass deren Land zumeist von den großen Lebensmittel- und Agrarkonzernen aufgekauft wird.

Bauernproteste im Januar 2024 in Deutschland: Anfahrt auf der B6 in Dresden-Bühlau zur zentralen Kundgebung auf dem Theaterplatz in Dresden am 10. Januar 2024
Foto: SchiDD
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„Wie berechtigt ist die Wut der Bauern?“, titelte am 5. Januar 2024 „spiegel.de“. Deutschlands Landwirte seien in Rage, der Protest gegen die Bundesregierung eskaliere, erklärte das Onlineportal des Nachrichtenmagazins dazu und relativierte auf seine Weise die Angemessenheit der Proteste: „Dabei würden die nun geplanten Subventionskürzungen wohl nur die wenigsten Betriebe wirklich in Not bringen.“

Es ist eigentlich längst bekannt, dass die Pläne der Bundesregierung, Vergünstigungen beim Agrardiesel und die Kfz-Steuerbefreiung für Landwirtschaftsfahrzeuge zu streichen, um somit an der Bauernschaft insgesamt bis zu 920 Millionen Euro zu sparen, nur der Tropfen waren, der das Fass zum Überlaufen brachte. Denn obwohl die Regierung den Bauern inzwischen großzügig „Nachbesserung“ am Sparvorhaben versprochen hatten, führten die ihren Bauernaufstand fort und haben angekündigt, auch weiterhin öffentlichkeitswirksam Widerstand zu leisten.

„Insektenschutzprogramm, Düngemittelverordnung und nun die Subventionsstreichung: Die Bauern in Deutschland sehen sich seit Jahren mit immer neuen Auflagen konfrontiert. Hinzu kommen Preisdruck und die Forderungen der Gesellschaft nach mehr Nachhaltigkeit“, benennt das öffentlich-rechtliche „ndr.de“ das eigentliche Problem, nämlich die permanenten Gängelungen, Vorschriften und Belastungen, ja das von oben betriebene Mobbing an einer ganzen Branche. Ein Beitrag vom 13. Januar 2024 beschreibt die Situation wie folgt: „Seit Jahren beklagen viele Bauern, dass sie beim Interessenausgleich zwischen den Anforderungen der Gesellschaft nach mehr Umweltschutz und Tierschutz und der Landwirtschaft einseitig belastet werden. Sie kritisieren, dass die Politik immer neue Auflagen von ihnen fordert und die Gesellschaft ihre Leistungen nicht anerkennt.“

Im Rahmen einer bundesweiten Aktionswoche machten die Bauern in Deutschland auf ihre Probleme aufmerksam und wurden dabei auch von Spediteuren und Handwerkern unterstützt.
Fotos (10): MS-Archiv

Die Bauernproteste, die derzeit Schlagzeilen machten, seien kein deutsches Phänomen, erklärte der „Anti-Spiegel“ vom 10. Januar 2024 in einem Beitrag zum Thema „Warum die kleinen Bauernhöfe im Westen in die Pleite getrieben werden und worum es wirklich geht“ und stellte damit die tatsächliche Tragweite, das ganze Ausmaß des Problems klar. Demnach seien diese Proteste ein Symptom einer im gesamten Westen umgesetzten Politik zur Umverteilung der landwirtschaftlichen Flächen von Kleinbauern an große Konzerne. Aber das sei nur ein Teil eines viel größeren Programms.

Als es zuletzt zum Beispiel in den Niederlanden heftige Bauernproteste gab, richtete sich der Zorn der dortigen Landwirte gegen einen Plan der Regierung, bis zu 3000 Höfe zu schließen. Zwar bot die niederländische Regierung den Betroffenen über 100 Prozent des Wertes ihres Besitzes an, dafür sollten diese aber ein Berufsverbot in allen Ländern der EU akzeptieren. Der „Anti-Spiegel“-Beitrag bezeichnet diese Vorgehensweise als „eine mit Geld versüßte Zwangsenteignung“, gegen die die niederländischen Landwirte seit Jahren protestierten, denn wer sich weigere, der solle zwangsenteignet werden.

„Als Vorwand wird mal wieder der Kampf gegen den angeblich menschengemachten Klimawandel genannt. Bauernhöfe seien Produzenten von klimaschädlichen Abgasen und von Stickstoff, heißt es“, so der „Anti-Spiegel“.

Und so ist das massenhafte Sterben von Bauernhöfen in ganz Europa voll im Gange: Die Berliner „taz“ berichtete am 16. Mai 2022, dass die Anzahl der Bauernhöfe in der EU zwischen 2003 und 2016 von ungefähr 15 auf zehn Millionen gesunken sei. „Der Rückgang der Kleinen Höfe ist dabei besonders hoch. Ihre Zahl sank um 38 Prozent. Die der Großbetriebe stieg im gleichen Zeitraum um sieben Prozent. Die Studie schätzt, dass bis 2040 weitere 6,4 Millionen Bauernhöfe verschwinden werden. In Deutschland sind innerhalb von zehn Jahren 12 Prozent der Bauernhöfe verschwunden. In der deutschen Landwirtschaft wurden im Jahr 2020 rund 263.500 Betriebe gezählt, 2012, waren es noch 288.000. Besonders stark ist die Entwicklung in den neuen Mitgliedstaaten.“

Dass besonders kleine Höfe Opfer des seit Jahren anhaltenden Bauernhofsterbens sind, belegt eine Studie für den EU-Agrarausschuss ebenso wie die Tatsache, dass hingegen die Zahl der Großbetriebe leicht gestiegen sei.

Die zielgerichtete Reduzierung der Bauernhöfe ist also gewollt:  Die Methoden und die von den jeweiligen Regierungen vorgeschobenen Begründungen sind laut „Anti-Spiegel“ unterschiedlich, „aber sie haben alle das gleiche Ergebnis: In westlichen Ländern sterben die kleinen Bauernhöfe und deren Land wird meist von den großen Lebensmittel- und Agrarkonzernen aufgekauft. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Bedingungen für die kleinen Betriebe Schritt für Schritt verschlechtert, um sie zum Verkauf ihres Landes zu drängen.“

Die Kürzungen, gegen die die deutschen Bauern derzeit protestierten, würden sich dabei in das Gesamtbild einfügen, das man in fast allen Ländern des kollektiven Westens beobachten könne. „Und auch die deutsche Regierung, namentlich Bundesumweltminister Özdemir, arbeitet daran, die Zahl der von Bauern gehaltenen Nutztiere zu verringern, was ebenfalls in den meisten westlichen Länder das Ziel ist. Die niederländische Regierung will die Zahl der gehaltenen Nutztiere gar um bis zu 50 Prozent reduzieren.“

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fühle sich inzwischen berufen, über das Thema zu sprechen, und natürlich sei der Vorwand wieder der Klimawandel: „Die Nahrungsmittelproduktion trägt laut WHO-Chef Tedros Ghebreyesus zu über 30 Prozent der Treibhausgasemissionen bei und ist für fast ein Drittel der weltweiten Krankheitslast verantwortlich. Daher müsse die Nahrung weltweit umgestellt werden. Die Welt müsse weg vom Fleischverzehr und hin zu mehr pflanzlicher Nahrung. Außerdem wirbt die WHO für Insekten als Lebensmittel und für im Labor gezüchtetes Fleisch.“

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Uno (FAO) gab auf dem jüngsten Klimagipfel COP28 entsprechend Ernährungsempfehlungen für die Länder der ersten Welt aus. Die Botschaft an die wohlhabenden Länder lautete, weniger Fleisch zu essen. Das soll dazu beitragen, die CO2-Emissionen zu senken.

Die sogenannten „nachhaltigen Entwicklungsziele“ der Uno (Sustainable Development Goal, SDG) hat der „Anti-Spiegel“ schon des Öfteren beschrieben. Die SDG werde auch Agenda 2030 genannt, weil sie Ziele definiere, die bis 2030 umgesetzt werden sollen: „Die Agenda 2030 umfasst praktisch alle Lebensbereiche, und die Umsetzung der Agenda wird massiv gefördert. Lobbyiert werden die Ziele von den Stiftungen der sogenannten ´Philanthropen`, also der westlichen Oligarchen, die mit ihrem Reichtum die Politik der westlichen Staaten bestimmen.“

Diese Oligarchen hätten dabei konkrete Ziele, unter anderem die Kontrolle über den Agrar- und Lebensmittelsektor zu bekommen. Damit würden sie den Staaten die Kontrolle über die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln abnehmen. „Und genau das erleben wir gerade in der EU, denn wenn die Höfe sterben und deren Land an die Agrarkonzerne geht, bekommen wenige Konzerne die Kontrolle über die Lebensmittelmittelproduktion. Die EU-Staaten begeben sich auf einem weiteren Gebiet in die Abhängigkeit einiger weniger Superreicher.“

Eben diese superreichen Globalisten kauften seit Jahren weltweit Ackerland und nutzten ihren Einfluss auf die Politik, um die Regelungen für Landwirte so unerfüllbar und kostspielig wie möglich zu gestalten, damit kleine und mittlere Betriebe früher oder später pleitegehen, oder sogar vom Staat gezwungen werden, ihren Betrieb aufzugeben, siehe Niederlande: „Das ist genau das, was wir in der EU gerade beobachten. Und auch die aktuellen Streichungen der Steuererleichterungen für deutsche Landwirte fügen sich als weiterer, wenn auch nicht so offensichtlicher, Schritt in das Bild“, kommentierte der „Anti-Spiegel“.

Ich finde es wichtig, dass die Menschen in unserem Land verstehen, welche Gefahren mit der Monopolisierung unserer Landwirtschaft verbunden sind. Nicht nur, dass der ländliche Raum früher oder später komplett umgekrempelt und sich der Landverbrauch dramatisch fortsetzen wird. Unser Wohlstand, unsere Ernährung, unsere Lebensweisen und damit auch unsere Freiheit sind bedroht. Die Politik hat derzeit vor allem im Sinn, in der Agrar- und Ernährungswirtschaft den globalen Konzernen zum Sieg zu verhelfen. Und das sollten nicht nur unsere Landwirte, sondern wir Bürger unter allen Umständen verhindern.

Wie abgehoben und verlogen die Eliten inzwischen agieren, beweist ein Blick auf die Speisekarte des jüngsten Klimagipfels. Während für das gemeine Volk in Europa Insekten für Nahrungsmittel beigemischt und zum Essen angepriesen werden, sollen den für die Klima- und Weltrettung zuständigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des COP28-Gipfels „saftige Fleischscheiben“, „saftiges Rindfleisch“, Wagyu-Burger, afrikanisches Straßen-BBQ, Philly-Cheesesteaks und weitere leckere Fleischgerichte gereicht worden sein.

Der zitierte Beitrag aus dem Anti-Spiegel kann unter folgendem Link nachgelesen werden:

https://www.anti-spiegel.ru/2024/warum-die-kleinen-bauernhoefe-im-westen-in-die-pleite-getrieben-werden-und-worum-es-wirklich-geht/