Gekentert

Mit dem Song „Steht endlich auf!“ engagiert sich der Apoldaer Künstler Ronny Weiland für Veränderungen in unserem Land.

Der Song „Steht endlich auf!“ des Apoldaer Künstlers Ronny Weiland kann bei YouTube abgerufen werden.
Foto: Screenshot Youtube

Eigentlich verbreitet er mit seinen Auftritten prächtige Stimmung und jede Menge gute Laune. Doch jetzt hat der Apoldaer Volksmusikant Ronny Weiland einen zutiefst nachdenklichen, ja aufrüttelnden Song veröffentlicht, der auf YouTube angehört werden kann. „Steht endlich auf!“ ist ein politisches Bekenntnis des weit über unsere regionalen Grenzen hinaus bekannten Künstlers, ein passendes „Kampflied“ zum gegenwärtig zu erlebenden deutschlandweiten Aufbegehren der Landwirte, das am 15. Januar 2024 mit einer Großdemo in Berlin einen vorläufigen Höhepunkt fand. „Steht endlich auf!“ handelt von einem Land, das sich verändert hat, in dem nichts mehr ist, wie es war: „Das Boot, es scheint gekentert.“ Deshalb besingt Weiland die Notwendigkeit eines Aufbruchs für die Zukunft.

Mit seiner Hymne richtet sich der Musiker an die wachsende Zahl von Menschen in unserem Land, die mit dem Handeln der Regierenden nicht mehr einverstanden sind und für Veränderungen eintreten. „Die Bedürfnisse des Volkes werden lang schon ignoriert. Wir wollen endlich wieder leben mit einer Zukunft und mit Spaß“, singt Ronny Weiland vielen Menschen aus der Seele. Sein Lied stellt aber auch klar, dass man zu einem „neuen Zeitbeginn“ auch aktiv beitragen muss: „Hier nur sitzen, macht doch wirklich keinen Sinn.“

In Reisdorf zum Beispiel konnte ich in diesen Tagen ganz konkret Menschen erleben, die den Bauern auf ihren Traktoren winkten, die ihnen zujubelten. Es sind längst nicht mehr nur Landwirte, die aufbegehren. Spediteure, Handwerker, Menschen aus vielen anderen Berufen unterstützen die Bauern in ihrem Protest gegen eine Politik, die nicht mehr die Interessen ihres Volkes vertritt, die eigenmächtig entscheidet, die Sorgen und Probleme der Bürger ignoriert.

Ich habe Ronny Weiland schon vor vielen Jahren persönlich kennengelernt und auch Veranstaltungen mit ihm im familiären Kreis miterlebt. Er ist nicht nur ein begnadeter Sänger, sondern ein durch und durch bodenständiger Mensch.

Das Portal „universal-music.de“ beschreibt den Lebensweg des 1975 in Jena geborenen und in Apolda aufgewachsenen Interpreten sehr gut: „Die Musik war frühzeitig sein Steckenpferd: Seit 1984 ist er Mitglied im Spielmannszug Apolda, in dem er heute noch als Flötenspieler oder Stabführer aktiv ist. 1994 schließt er seine Ausbildung zum Steinmetzgesellen erfolgreich ab. 1996 tritt er dem Heeresmusikkorps 13 in Erfurt bei und wird mit dem Aufbau eines Spielmannszugs der Militärmusik beauftragt. In Folge bestreitet er mit seinen Spielleuten Konzertreisen nach England und Kanada. Nach vier Jahren in der Militärmusik kehrt er 2002 in seinen Beruf als Steinmetz zurück und bildet sich mit der Ausbildung zum Steinbildhauermeister fort. Sein Meisterstück fertigt er 2001 für die `Dresdner Frauenkirche.`”

Auch wie es danach weiterging, lässt sich in seiner Biografie unter „universal-music.de“ nachlesen: „Im Januar 2004 wird auf einem Geburtstagsfest der Grundstein für seine zweite Karriere gelegt. Nach einem Überraschungsauftritt für den Gastgeber nimmt Ronny die Ratschläge der Gäste ernst, aus seiner Stimme mehr zu machen, und lässt seine Stimme professionell beurteilen. Man bescheinigt ihm enormes Stimmpotential, das er in Folge an der renommierten Musikschule in Weimar und bei Prof. Wolfgang Schiller in Erfurt mit Gesangsunterricht weiter ausbaut. Auftritte bei zahlreichen Festveranstaltungen machen ihm Mut, weiter an dieser Karriere zu arbeiten.“

Der später in der Presse sogar als der „neue Ivan Rebroff“ gefeierte und aufgrund seiner beeindruckenden Bass-Stimme 2007 beim Wettbewerb „Superstar der Volksmusik“ als Neuentdeckung des Jahres geehrte Künstler schrieb mit dem Lied „Gramont” auch eine Hymne auf seine Heimatstadt Apolda. Dieses Lied gilt nach wie vor als ein Renner in der Region und wurde sogar auf dem Glockenspiel in der Innenstadt gespielt.

Mit seinem aktuellen Song „Steht endlich auf!“ bekennt sich der Sänger politisch. Das ist durchaus nicht alltäglich. Auch Künstler sind auf Aufträge, auf „öffentlich-rechtliches“ Wohlwollen angewiesen. Der Apoldaer beweist Mut. Er wird sich nicht nur Freunde machen, sondern mächtig Gegenwind aushalten müssen. Jetzt kommt es darauf an, dass sich viele Menschen auf ihre Weise und mit ihrer individuellen Kreativität für den von Ronny Weiland besungenen neuen Zeitbeginn friedlich und beharrlich engagieren.

Der Song „Steht endlich auf!“ kann unter nachfolgendem Link abgerufen werden:

https://www.youtube.com/watch?v=Agiw0axdD3Y