GELEBTE DEMOKRATIE

Vor kurzem erreichte mich diese Frage, die ich auf diesem Wege beantworten möchte:

Frau Schneider, was ist für Sie gelebte Demokratie? Woran krankt es Ihrer Meinung nach heute und wie können wir das wieder gewinnen?
Während meiner Wahlkampagne war ich auf den Strassen unterwegs und habe mit vielen Menschen gesprochen und noch mehr Menschen zugesehen. Es herrscht eine  Politikverdrossenheit, die uns Angst um unsere Gesellschaft machen sollte. Diese Stimmung findet sich leider bei Menschen jeglichen Alters. Viele sind frustriert und wütend und die Gefahr besteht, dass sie zu Protestwählern werden. Andere sind resigniert und haben sich komplett zurückgezogen. Was ich ganz bedenklich finde, ist, dass sich die Jugend, die Generation, die morgen unsere Welt lenken und bestimmen wird, vielfach nicht für Politik interessiert. Gleichsam als würde es ein gemeinsames Morgen für sie nicht geben oder als wäre ihnen dieses Morgen egal. Das müssen wir ändern.

Teilnahme am  politischen Leben muss wieder stattfinden.
Und zwar auf allen Ebenen unseres Zusammenlebens. Gerade hier im Thüringer Land haben wir eine breitgefächerte Vereins- und Verbandslandschaft, und zwar auch Bewegungen und Zusammenschlüsse, die sich mit politischen Aktivitäten und Zielen beschäftigen. Dies muss mehr in den Blickpunkt rücken, es muss mehr über sie berichtet werden, überihre Ziele, Erwartungen und Vorstellungen. Und das kann nicht nur aus der Bevölkerung heraus passieren, sondern sollte aktiv von der Politik unterstützt werden.Beginnen wir auf kommunaler und regionaler Ebene, um uns anschliessend mit Interessensverbänden anderer Bundesländer zu vernetzen!

Mehr direkte Demokratie
Aber damit erschöpft es sich nicht allein. Ich bin für mehr direkte Demokratie. Alle Gewalt geht vom Volke aus, heisst es. Das heisst WIR, jeder einzelne von uns, ist der Souverän dieses Landes und hat das Sagen, nicht nur die jetzt 709 Menschen. Und das sollten wir uns wieder vor Augen führen. Es muss eine Möglichkeit für den Bürger geben, sich nicht nur hinter vorgehaltener Hand als Wutbürger auszulassen, sondern sich aktiv an diesen Entscheidungen beteiligen zu können. Dann wird sich der Bürger meines Erachtens auch besser informieren, die Umstände gegeneinander abwägen und für sich selbst ein Urteil fällen, ohne im Herdentrieb anderen hinterherzurennen und deren Parolen zu wiederholen.

Verantwortung tragen
In dem Moment, wo sich der Mensch aktiv an den Entscheidungen beteiligen kann, trägt er auch Verantwortung. Und gewöhnlich wächst der Mensch mit seinen Aufgaben. Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheide sind in meinen Augen unabdingbar, um wieder zu einer gelebten Demokratie zu kommen und Menschen aus ihrer Ablehnung und Lethargie zu holen. Ein geschlossenes, gutes Konzept dazu bietet www.mehr-demokratie.de, die ich aktiv unterstütze.

Auch hier, wie bei allem, ist der Dialog wichtig. Schreiben Sie mir Ihre Meinung.

Ihre
Marion Schneider

 

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